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Wettbewerbsthema 2012

"Kastanie"

 

Das Wort "Kastanie" Iöst bei vielen Personen unterschied­liche Eindrücke und Genüsse aus. Die Edelkastanie, auch Esskastanie genannt und die Rosskastanie sind bei uns be­kannte Gattungen. Die Namensgleichheit beruht auf einer oberflächlichen Ähnlichkeit der Früchte. Verwandt sind sie sich nicht, beide gehören unterschiedlichen Pflanzenfami­lien an. Die Edelkastanie zur Familie der Buchengewächse, die Rosskastanie zu den Seifenbaumgewächsen.

Die Rosskastanie ist ein beliebter Baum in Erholungsanla­gen als Schattenspender und als alleinstehender mächtiger Zierbaum, welcher bis zu 300 Jahren alt werden kann. Seine Blätter bestehen aus 5 – 7 einzelnen, länglichen Fiederblättern. Die aufrechtstehenden Blüten, auch Kerze genannt, bilden ausgiebig Nektar und Pollen und sind da­mit eine gute Bienenweide. Die Früchte der Rosskastanien sind für den Menschen ungeniessbar, werden jedoch zur Fütterung von Rothirschen, Rehen und anderen Huftieren verwendet.

Im Herbst beginnt der Zauber der Kastanie erst recht, wenn die Kastanienigel halb geöffnet zu Boden fallen und die braunglänzende Kastanie sich offenbart. Im rascheln­den Laub suchen Kinder emsig nach "Chegelen" zum Bas­teln. Blätter und Früchte werden auch für viele verschiede­ne Herbstdekorationen gerne verwendet.

Die Edelkastanie ist heute fast im ganzen Mittelmeerraum verbreitet. In der Schweiz zu 98% im Kanton Tessin und in den SüdtäIern des Kantons Graubünden. Traditionell wird die Kastanie zur Fruchtproduktion in sogenannten Selven bewirtschaftet, die gleichzeitig als Waldweiden dienen. Selven bilden einmalige Landschaften und sind Lebens­räume für viele Tier- und Pflanzenarten. Die Edelkastanie ist ein mächtiger Grossbaum, welcher 10 - 35 Meter hoch werden kann. Ein weiteres Merkmal ist der drehwüchsige Stamm. Die Blüten sind grüngelbe, aufrechte Kätzchen. Die stachligen Fruchtkapseln mit den braunen, essbaren Maronen reifen ab Ende Oktober. Früher dienten Esskastanien als kalorienreiche, vitaminhaltige Dauernahrung im Winter und galten als Brot der Armen. Heute sind sie bei uns eine Delikatesse, wie zum Beispiel die „heissen Maroni“ oder das beliebte Vermicelles.

Die Kastanie hat sehr viele Facetten. Wir hoffen, dass sie Ihre Fantasie anregt und zum Klöppeln animiert.

Gespannt erwarten wir Ihre Einsendung und wünschen Ihnen viel Freude bei der Ausführung.

Margrit DäIlenbach

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