Sie,
liebe Klöpplerinnen, sind nicht die
ersten Gäste in Trun. Bereits die Kelten besiedelten
den Raum. Hier wurden nämlich mehrere Gräber
mit verschiedenen Beigaben aus Bronze aus der Zeit
zwischen 250 bis 125 Jahre v. Chr. (Frühlatène)
entdeckt.
Der Name Trun wird erstmals im Jahre 765 im Testament
von Bischof Tello von Chur erwähnt. Darin vermachte der Bischof einige Güter aus Trun an
das damals noch junge Kloster Disentis. Trun wurde damals „Tauronto“ genannt.
Dieser Name stammt aus vorrömischer Zeit.
1424
wurde unter dem grossen Ahorn bei der St. Anna
Kapelle der "Graue
Bund" beschlossen. Vor allem Abt
Pieder de Pultengia gelang es, die wichtigsten
Feudalherren zu einem Bunde mit dem Volk zu bewegen,
um gemeinsam ein besseres Rechtswesen und günstigere
wirtschaftliche Verhältnisse zu erlangen.
Als
Ratshaus stellte der Abt von Disentis sein Gebäude
in Trun zur Verfügung. Darin fanden die Versammlungen
der Vertreter der Herren und des Volkes unter der
Leitung des Landrichters statt. So blieb es bis
zum Franzoseneinfall 1798/1799.
Nach
dem Sturz von Napoleon Bonaparte schloss sich
1803 der Graue
Bund (Surselva, Rhäzüns,
Sax-Misox= schwarz-weisse Fläche im Wappen
des Kantons Graubünden) mit dem benachbarten Gotteshausbund (Chur-Engadin=
Steinbock im Kantonswappen) und dem Zehngerichtebund (Prätigau-Davos=
gelb/blaues „Kreuz“) zum
heutigen Kanton Graubünden zusammen.
Heute dient das damalige Klostergebäude
in Trun als Museum Sursilvan „Court
Ligia Grischa“ (deutsch: Hof des
Grauen Bundes). Einen Museumsbesuch sollten Sie
sich wegen des berühmten Landrichter- oder Wappensaals,
dem Sitzungssaal des Grauen Bundes, nicht entgehen
lassen. Sie werden die Deckengemälde und die
Wappen sämtlicher Landrichter bestaunen
und nie mehr vergessen! Ausserdem sehen Sie eine
reichhaltige und sehr interessante Sammlung aus der
Volkskultur und die Werke bedeutender Künstler.