VSS Spitzenarchiv

Vergessene Fertigkeiten

Neben alten Handarbeitsbüchern und -Zeitschriften besitzt das Spitzenarchiv ein Flick-Buch, verfasst von Hedwig Gamm, erschienen 1920 im Otto Beyer Verlag, Leipzig.

Darin werden nicht nur die verschiedensten Flicktechniken, wie Hand- und Maschinenstopfen, Ausbessern von Alltagswäsche und schadhaften Stellen beschrieben und illustriert.

Ein ganzes Kapitel ist dem Ausbesseren oder Flicken von Spitzen und dem Einsetzen von Spitzenstickereien in einen anderen Grund gewidmet. Hedwig Gamm schlägt folgende Möglichkeiten und Methoden vor:

Bild links:

Ist bei zerrissenen Vorhängen keine passende Spitze vorhanden, kann das fehlende Stück mit feinem Garn eingehäkelt werden.

Bilder unten:

Bei gerissenen Motiven in Klöppel- und Ätzspitzen werden zuerst Fäden gespannt und anschliessend mit Schlingstichen gefüllt oder gestopft.

Bild links:

Für die Reparatur von grossen schadhaften Stellen schlägt H. Gamm das Einsetzen von Blütenmotiven vor.

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Heute ist das Flick-Buch ein Zeitdokument, welches die damaligen Sparbemühungen der einfachen und ärmeren Bevölkerung in den Jahren zwischen den zwei Weltkriegen aufzeigt.

 

Ruth Bühlmann